Historie

SIE BEFINDEN SICH HIER: TGS Gonsenheim > die TGS > Übungsleiter > Historie

Übersicht der folgenden Beiträge:

1. Wir über uns  –  Die Turngesellschaft, ein Traditionsverein

2. Chronik der Turngesellschaft 1899 Gonsenheim

3. Vereinsgründung und Fahnenweihe

4. Die Vorsitzenden der Turngesellschaft

5. Walter Krämer – mit der Turngesellschaft verbunden und verwurzelt

6. Die TGS gedenkt ihrer im Ersten Weltkrieg gefallenen und vermissten Mitglieder

7. TGS-Archiv bewahrt besondere Schätze

8. Die TGS trauert um Rudolf (Ulli) Ullrich

 

 

1. Wir über uns  –  Die Turngesellschaft, ein Traditionsverein

Die Turngesellschaft 1899 Gonsenheim e.V. zählt mit fast 1.000 Mitgliedern, vom Kleinkind bis zum Senior, zu den größten Turn- und Sportvereinen in Mainz.

Für die ausschließlich ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieder ist insbesondere die Förderung des Breitensportes wichtig. Der sozialen Verantwortung im Kinder- und Jugendsportbereich bewusst, werden bei der TGS aber auch die älteren und immer noch mehr oder weniger aktiven Mitglieder nicht vergessen.

Für den Übungsbetrieb der TGS sind zurzeit ca. 25 ausgebildete Übungsleiterinnen und Übungsleiter sowie eine Diplom-Sportlehrerin verantwortlich. Das Angebot reicht über das eigentliche Turnen hinaus. Um nur einige Sparten zu nennen: Vom Kinderturnen und Kindertanzen, Eltern- und Kind-Turnen über Fitness- und Konditionstraining, Seniorengymnastik, Leichtathletik, Dance & Fun, Jazzgymnastik, Aroha, Pilates, Zumba, Yoga, Bodystyling, Badminton, Volleyball, Walking und Nordic-Walking bis hin zum Musical- Dance.

Die vereinseigene Jahnturnhalle ist von der Stadt Mainz als bürgerhausähnliche Einrichtung anerkannt und wird entsprechend gefördert. Dies ermöglicht der Turngesellschaft 1899 auch ihrem sozialen und gesellschaftlichen Auftrag nachzukommen. Veranstaltungen der verschiedensten Art finden an den Wochenenden in der Turnhalle statt.

Die ehrenamtliche und unentgeltliche Vorstandsarbeit sowie die ebenfalls ehrenamtliche Hilfe vieler Mitglieder und Freunde kommt wiederum allen Mitgliedern in Form eines moderaten Mitgliedsbeitrages zugute.

 

 

2. Chronik der Turngesellschaft 1899 Gonsenheim

 1899      Am 24. Juli Gründungsversammlung im Gonsenheimer Gasthaus „Zum Löwen“
Inkrafttreten der ersten Satzung durch Beschluss der ersten Generalversammlung am 1. August

1903       Feierliche Fahnenweihe vom 18. – 20. Juli 1903
Geturnt wird bis 1923 im Turnsaal und im Garten des Gasthauses „Zum Löwen“ in der Hauptstraße, danach kurze Zeit im Schulhof  der Maler Becker Schule.

1923       Erwerb und Übergabe des Turnplatzes am 11. Mai (heutiges Geländes) für 100 Billionen Reichsmark.
Das 81 qm „kleine Hallsche“ wird fertiggestellt.

1945       Verbot der Turnvereine

1946       Antrag auf Wiederzulassung der TGS am 29. März. Erneute „Gründungsversammlung“ am 13. April.

1948       wird die Erlaubnis zur „Neugründung“ erteilt.

1951        Nach dem Abriss der Halle wird am 18. Dezember das neue „Hallsche“ eingeweiht.

1978        Einweihung der auf 250 qm erweiterten Jahnturnhalle

1992        Erwerb des Hauses Kirchstr. 53

2009       Anbau eines Geräteraums im Garten des Hauses Kirchstraße 53

2012        Generalsanierung der Umkleideräume und Nasszellen sowie Schaffung eines Sitzungsraumes und eines Büros.

 

 

3. Vereinsgründung und Fahnenweihe

Das Jahr 1899 wird wohl wie jedes letzte Jahr des Jahrhunderts die besondere Stimmung in der Bevölkerung hervorgebracht haben. Viele Ereignisse dieses Jahres waren daher kein schlechtes Umfeld für die Gründung der Turngesellschaft Gonsenheim am 24. Juli 1899.

Im „Gasthaus zum Löwen“ trafen die berühmten „beherzten jungen Männer“  zusammen, um einen zweiten Turnverein in Gonsenheim zu gründen. Über die Motive der Neugründung erfahren wir nichts.

Wie nicht anders zu erwarten, finden wir in der Vorstandsliste Namen, die auch heute noch den besonderen Gonsenheimer Klang haben: Veit August Schäfer, 1. Sprecher; Josef Becker, 2. Sprecher; Johann Pfeifer, 1. Turnwart; Peter Hach, 2. Turnwart; Josef Betzel, 1. Schriftwart; Jakob Becker, 2. Schriftwart; Josef Berlauer, Säckelwart; Franz Jakob Ammann, Zeugwart; Johann Hohmann und Paul Ammann fungierten als Beiräte. Unter den 71 aufgeführten Gründungsmitgliedern befinden sich „nur“ 13 Träger des Namens Becker, 4 mit Namen Ammann, 4 namens Werum, 2 namens Brandmüller, 3 namens Braum, 2 namens Gahr, 2 Lehrs und Schäfers, die Namen Krieger und Hohmann sind dreimal vertreten, 2 Gründungsmitglieder hießen Stein, 2 Wagner, aber auch Buchholz, Beitz, Barth, Bausemer, Ditt, Fröhlich, Gebhard, Henn, Hofem, Höfner, Klei, Krollmann, Lang und Lahouse kommen vor, sowie Luft, Pfeifer, Roos, Seib, Schrau, Spindler, Strack, Wohn, Wocker und Zoll.

Von vornherein muss das Renommee des Vereins sehr gut gewesen sein, denn bis 1903 waren weitere 81 Mitglieder dem Verein beigetreten. Die Vereinsjugend bestand aus 30 Zöglingen, wie man früher die jungen Leute nannte. Gonsenheim hatte damals annähernd 5.000 Einwohner.

Wenn Gonsenheimer etwas anpacken, dann gleich richtig. Nachdem am 1. August die vom Vorstand ausgearbeiteten Satzungsstatuten von der Generalversammlung akzeptiert wurde und sich der Verein am 13.8.1899 in Frankenthal die ersten Geräte gekauft hatte, meldete man sich im Main-Rodgau-Verband als Mitglied an und wurde beim Gauturntag zu Wixhausen aufgenommen. Noch im Gründungsjahr waren 20 Turner beim Gauturnfest in Worfelden für die TGS am Start, und mit Befriedigung registrierte die Vereinsführung, dass bei der ersten Teilnahme an einem Wettkampf 15 Preise und 2 Musterregenpreise errungen wurden.

Im Juli 1903 schrieb Ernst Adolf Schuth in seinem von ihm verfassten Festbuch zur Fahnenweihe:  „Der jetzt nunmehr seit 4 Jahren bestehende Verein, welcher sich durch eigene Kraft emporschwang, sieht seiner Fahnenweihe entgegen“.

Am Samstag, 18. Juli 1903, startete die Vorfeier mit einer großen Fackel-Serenade durch sämtliche Hauptstraßen des Ortes. Höhepunkt war der Festkommers mit allen Gesangsvereinen, der Turn-Gesangs-Riege der TGM und der Musikkapelle des Artellerie-Regiments Nr.27.

Die Hauptfeiere am darauffolgenden Sonntag begann morgens früh um 5.00 Uhr mit Weckruf und Böllerschießen. Der Festzug durch Gonsenheim  am Nachmittag endete am Festplatz. Dort erwartete die Gäste ein Zehn-Punkte-Programm, dass im wesentlichen aus Musikstücken, Prologen und Festansprachen bestand, die auf der soliden Basis der Rhein- und Weinseligkeit aufbauten, uns das als Höhepunkt natürlich die Fahnenweihe zu verzeichnen hatte.

Am Abend dieses festlichen Sonntages gingen die wackeren Turner in die Schlussrunde – für diesen Tag. Weitere 9 Beiträge, die man als kulturelles Programm bezeichnen muss, gingen über die Bühne.

Einer Festtradition gemäß ging es am Montag, 20. Juli 1903, zum Frühschoppen. Ihm folgte die Zusammenkunft „Im Schönen Tal“ bei Johann Becker 39. und bei Philipp Becker 2. im „Stolpereck“ in der Mainzer Straße.

Von dort aus marschierte man weiter zum Festplatz, wo Einigkeit, Cäcilia und Heiterkeit aus Gonsenheim Gesangsvorträge darboten und Turner der Turngemeinde und der Turngesellschaft zeigten ihre Turnübungen. Auch getanzt wurde wieder, und bei einbrechender Dunkelheit gab es ein „brilliantes Feuerwerk“, welches in der Verantwortung von Alois Schuth lag.

Auszug aus der Chronik der TGS im Festbuch zum 100jährigen Jubiläum im Jahre 1999, verfasst von Peter Krawietz – damals Schul- und Kulturdezernent der Stadt Mainz.

 

 

4. Die Vorsitzenden der Turngesellschaft

1899 – 1905          Veit August Schäfer

Er wurde in der Gründungsversammlung zum „Ersten Sprecher“ gewählt und baute die Turngesellschaft auf. Unter seiner Regie fand vom 18. bis 20. Juli 1903 das erste Größere Fest des Vereins, die Fahnenweihe, statt.

1905 – 1929          Josef Betzel

Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass ein eigener Turnplatz erworben und eine kleine Turnhalle gebaut wurde. Im Ersten Weltkrieg hatten er und seine Freunde den Soldatentod von 26 aktiven Turnern zu bedauern.

1929 – 1937          Vitus Braum

Wirtschaftliche Notzeiten wurden von ihm überbrückt. Seine besondere Förderung der Leichtathletik sicherte der Turngesellschaft einen Aufschwung bis in die Reihen der deutschen Spitzenvereine.

1937 – 1945          Johann Ditt

Bis zum Verbot der Turnvereine nach dem Zweiten Weltkrieg hat er den Verein organisatorisch stark gefestigt. Er hatte die schwere Aufgabe, der Jugend in der Zeit des Krieges ihren Hort zu erhalten. 37 Turner und Leichtathleten kehrten von den Schlachtfeldern nicht zurück.

1945 – 1948          (Vereinsverbot)

1948 – 1950          Josef Franz Becker

Zusammen mit wenigen Getreuen betrieb er die Wiedergründung der Turngesellschaft. Es galt, wieder zu binden, was sich in schwerer Zeit gegenseitig verloren hatte. Erst nach der Währungsreform führte sein Eifer wieder zum Aufstieg.

1950 – 1957          Alois Braum

Mit großem Elan setzte er sich für die Einführung neuer Sportarten ein, führte die Turner zu neuen und beachtlichen Höhepunkten und erbaute die Jahnturnhalle.

1957 – 1961          Wolfgang Buldt

Das Erbe seiner Vorgänger wurde von ihm gewissenhaft verwaltet. Er war eifriger und steter Förderer des Nachwuchses und brachte in der Vereinsführung einen Generationswechsel zustande.

1961 – 1975          Franz Veit Becker

Er diente dem Verein mit viel Umsicht und Engagement. Er festigte vor allem die Kontakte zu sportlichen Vereinen und Verbänden, baute Übungs- und Zweckräume weiter aus und stand dem Verein auch beim 75-jährigen Jubiläum im Jahre 1974 vor.

1975 – 2004         Walter Krämer

Der Vorsitzende mit der längsten Amtszeit (29 Jahre). Er leitete verantwortlich mehrere Umbauten unserer Jahnturnhalle und war Wegbereiter für den Erwerb des Anwesens Kirchstraße 53. Er verjüngte den Vorstand und die Gremien des Vereins. Unter seiner Führung begann die TGS die Umstellung vom Leistungssport hin zum Breitensport. (Siehe auch den folgenden Artikel „Walter Krämer – mit der Turngesellschaft verbunden und verwurzelt“.)

2004 – 2009         Manfred Veit

Er übernahm mit dem Vorsitz auch ein schweres Erbe. Ein Macher, dessen gute und vielseitigen Kontakte dem Verein zu Gute kamen. Der Anbau des Geräteraumes mit Empore wurde in seiner Amtszeit errichtet.

2009 –                  Jürgen Pfeiffer

In den beiden ersten Jahren führt er den Verein als 2. Vorsitzender. Mit Beginn seines beruflichen Ruhestandes wählt ihn die Mitgliederversammlung 2011 als 1. Vorsitzenden. Bei der Umorganisation des Wirtschaftsbetriebes der TGS war er federführend und im Sportbereich setzt er insbesondere auf Kindersport sowie Senioren- und Gesundheitssport. Die Generalsanierung der Nasszellen und Umkleideräume sowie die Einrichtung eines Geschäftsstellenbüros sind auf seine Initiative zurück zu führen.

 

 

5. Walter Krämer – mit der Turngesellschaft verbunden und verwurzelt.

Walter Krämer, Jahrgang 1929, noch zu Kriegszeiten im Jahre 1943 wurde er Mitglied der Turngesellschaft und blieb es bis zu seinem Tode am 1.3.2010.

Bereits 1967 übernahm der Vater eines Sohnes in seinem Verein  Verantwortung, in dem er sich in den Vorstand wählen ließ. Übungsleiter waren zu dieser Zeit schon Mangelware und so übernahm er bereits ein Jahr später, 1968, eine Turngruppe als Übungsleiter.

Es ging Schlag auf Schlag, bereits nach 5 Jahren als Beisitzer im Vorstand wurde er als 2. Vorsitzenden und weitere 3 Jahre später als 1. Vorsitzenden der Turngesellschaft gewählt. Sein ehrenamtliches Wirken an der Spitze des Vereins währte stolze 29 Jahre. Ab 2004 gehörte Walter Krämer als Ehrenvorsitzender dem Vereinsvorstand an.

Der vor seinem Ruhestand im Tiefbauamt der Stadt Mainz angestellte Architekt war in jeder freien Minute für seine TGS da. Er war Initiator, Ideengeber und durchführende Kraft von mehreren Baumaßnahmen für die TGS.

WalterWalter Krämer hat sich jahrelang – mit viel Erfolg – um das wirtschaftliche Wohlergehen der TGS          verdient gemacht. Dies belegen Ehrungen wie beispielsweise die Verleihungen der  Ehrenbriefe des Turngau Mainz und des DTB, die Gonsenheimer Bürgersäule für besondere Verdienste um den Stadtteil Gonsenheim, den Mainzer Pfennig, die Ehrennadeln in Silber und Gold des Sportbundes Rheinhessen und die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz und nicht zu vergessen, die silberne Ehrenplakette des Landessportbundes.

Noch kurz vor seinem 80. Geburtstag war in der Zeitung zu lesen wie vital und fit er war. Doch nur ein Jahr später erlag er im Alter von 81 Jahren einer tückischen Krankheit.

Sein Wirken hat sehr viele positive Spuren hinterlassen – und das ist gut so.

6. Die TGS gedenkt ihrer im Ersten Weltkrieg gefallenen und vermissten Mitglieder

Anlässlich der 100. Wiederkehr des Ausbruches des Ersten Weltkrieges gedachte der Vorstand und die zahlreich versammelten Gäste am 2. August 2014 am vereinseigenen Ehrenmal der im Ersten Weltkrieg gefallenen und vermissten Turnbrüder.

26 Mitglieder der Turngesellschaft kehrten nach Ende des Krieges nicht mehr zu ihren Familien, Freunden und Turnkameraden zurück. Der Jüngste war gerade mal 19 Jahre, der Älteste 34 Jahre alt. Sie haben es verdient, nach 100 Jahren einmal genannt zu werden, denn:    Nur wer vergessen wird ist wirklich tot!

Eduard Becker, Jakob Becker, Konrad Becker, Franz-Peter Braum, Georg Engel, Willi Eppstein, Franz Hellmold, Josef Hinderkopf, August Hochgesand, Franz-August Kirsch, Michael Krieger, Philipp Krieger, Konrad Lemb, August Mahlmeister, Johann-Baptist Meier, Konrad Meller, Willi Oehl, Franz-Josef Peiler, Andreas Porth, Philipp Reitz, Johann Rettinger, Johann-Kasper Roos, Georg Schäfer, Eduard Stein, Alois Stolz und Albert Zirk.

7. TGS-Archiv bewahrt besondere Schätze

„Hüter gesammelter Erinnerungen“ – ein Artikel von Joe Ludwig (erschienen am 17.11.2015 im Blickpunkt).

 

8. Die TGS trauert um Rudolf (Ulli) Ullrich